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Lydia verlor Ihren Mann und nun steht sie vor einem großen Berg von Problemen. Das Geschäft des Mannes, der Sohn und vieles Mehr. Wird sie es ganz alleine schaffen? Art: Anspiel, Anspiele, Sketsch, Sketsche Sprecher: Der Kalender und die Voraussage ihres Sohnes hatte Lydia darauf hingewiesen, es sei heute ein besonderer Glückstag für sie. Doch sie konnte auf dem Weg, den sie ihrer Überzeugung nach gehen mußte nichts besonders Schönes noch glückliches finden. Ihr Herz hämmerte vor Furcht so heftig, dass sie es bis zum Hals hinauf spürte, während sie auf der Via Egnatia [Wia Egnazia] entlangging, der Straße, die sie steil und direkt in die Stadt führte, die am Hügel lag. Mit der Aufwendung aller Konzentration versuchte Lydia vergeblich ihre Furcht zu besiegen. Als sie eine Baumgruppe am Wege sah, zwang sie sich eine Pause einzulegen. Gedankenverloren lehnte sie an einen Baum. Ihre Sklaven blieben in angemessenem Abstand stehen. (2 Sklaven stehen hinter Lydia) Lydia: Wie grell sich die Sonnenstrahlen auf dem Wasser des Meeres brechen! Wie blau es ist! Ein schöner Ort, - Philippi! Du sollst in Zukunft meine Lebensaufgabe werden. Ich werde in dir leben, arbeiten, aber nicht die verloren Freuden wiederfinden. Nichts wird die Helligkeit der Sonnenstrahlen besitzen, nicht lebensfroh und farbig sein. Das Meer rauscht wie damals als ich in glücklicheren Tagen mit Aurelius hier vorbeigekommen bin. Heiß und trocken wird mich die Stadt begrüßen, in der jede Straße mich an ihn erinnern wird. Wie ungern gehe ich ausgerechnet heute nach Philippi. Zu Hause hätte ich noch mal ausgeschlafen, mich erholt. Und wäre nächste oder übernächste Woche ins Geschäft gegangen. Das wäre besser gewesen. Aber heute stehen die Sterne günstig. Zumindest hat Ditus das gesagt. Die Venus beherrscht jetzt den Himmel, das wird erst in einem Monat wiedergeschehen. Und weil der Venuseinfluß für Unternehmungen von Frauen günstig, ist hat er mich gedrängt heute schon zu gehen. Trotz der Zweifelhaftigkeit des Einflusses der Sterne muß ich weiter. Hinein in ein Leben ohne Stütze und Hilfe. (wendet sich um) Kommt! Sprecher: Lydia kam hinein in die Stadt. Das bunte Treiben der Straßen hatte etwas nachgelassen, da die Hitze des Tages um diese Zeit alle Menschen in den Schatten trieb. Immer noch wich die Angst und Furcht nicht von Lydia. Sie schien sogar noch größer zu werden, je näher sie dem prunkvollen Haus kam, das mit großer Halle und kleineren Hinterräumen ein blühendes Geschäft darstellte. Der Kern der Kundschaft waren alte Generäle, römische Offiziere und die römische Garnison, in der viele Würdenträger der Königspurpur - Farbe auf der Toga würdig waren. Sie alle, waren auf den Königspurpur, das Zeichen von Reichtum und Berühmtheit, angewiesen. Lydia betrat den großzügig eingerichteten Verkaufsraum. Hübscher Marmor, ein Springbrunnen in der Mitte des Raumes und kostbare Teppiche begrüßten sie. Lydia: Hier werde ich also in der Zukunft das Geschäft führen. Hier muß ich freundlich und selbstsicher den Kunden begegnen, ganz gleich ob es nun Adlige oder Sklaven, Soldaten oder Bürger, Römer, Griechen oder Juden sind. (älterer Mann / überrascht und freudig) Ruben: Frau Lydia! Ich habe dich nicht erwartet. Das heißt- nicht so bald schon. (bringt ihr einen Stuhl) Bitte nimm Platz. Du kommst aus der Sonne. Kann ich etwas für dich tun? Lydia: Ich bin gekommen um zu arbeiten. Das Geschäft muß doch weitergeführt werden. Ruben: Aber Frau Lydia! Es ist doch zu früh für dich. Du bist doch sicher noch zu sehr mit Aurelius Tod beschäftigt, um dich um schwierige geschäftliche Angelegenheiten kümmern zu können. Lydia: Sicher, (zögernd) Ich bin noch müde und traurig, doch deshalb bin ich nicht hilflos. Und außerdem kann ich mich doch sicher auf dich verlassen, Ruben? Du hast Aurelius doch jahrzehntelang im Geschäft geholfen und kennst dich gut aus. Er hat viel von dir erzählt. Ruben: Ich fürchte, ich kann dir nicht mehr viel nützlich sein. Aurelius hatte die Absicht mich in den Ruhestand gehen zu lassen. Ich werde alt und vergesse schon viel. Lydia: Das soll ganz sicher geschehen. Doch jetzt bitte ich dich, halt noch ein bischen bei mir aus! Steh mir noch einige Monate bei, nur für den Anfang. Ruben: Ach, ich würde gerne noch länger bleiben. Allein aus Liebe und Respekt für euch beide, Aurelius und dich. Lydia: Vielen Dank, Ruben! (kleine Pause) Ditus wird auch bald hier sein. Eines Tages wird das Geschäft ihm gehören. Er muß noch einiges lernen, aber er ist bald erwachsen, und meint deshalb, er weiß schon alles. Was meinst du wird Ditus zurechtkommen damit, dass er als Lehrling unter seiner Mutter arbeiten soll? Er ist manchmal ziemlich arrogant und denkt viel von sich. Ruben: Es ist wirklich sehr ungewöhnlich, dass eine Frau ein Geschäft führt. Es wird schwer; doch wir werden es schaffen. Gemeinsam schaffen wir es! (Musik) Fulvia: Ich kann Dir nicht sagen, wie ich mich freue, dich endlich kennen zu lernen. Schon damals, als ich dich in der Bibliothek sah und wir uns unterhielten, hatte ich das Bedürfnis, dich näher kennenzulernen. Darf ich dir etwas zu trinken aïnbieten? Lydia: Ja, gerne liebe Fulvia. Gerade wenn es so heiß ist, schmeckt es gekühlt so erfrischend. Fulvia: Lydia, erzähl mir von deinem Geschäft, erzähl mir wie es dir geht; ich habe gehört, dein Sohn ist schon da? Er war doch vorher, ich meine als Aurelius noch lebte, in einer Schule? Lydia: Stimmt. Er hat sie abgeschlossen und wird ins Geschäft eingeführt. Für Ditus ist es nicht leicht, da ihm sein Vater fehlt, er also von einem Sklaven angeleitet wird und einer Frau untersteht. Fulvia: Sag mal Lydia, wie schaffst du es, Mutter und Gaschäftsfrau gleichzeitig zu sein? Es gibt doch so viele Dinge, die du wissen mußt, vieles was nicht leicht ist für eine Frau. Es kommen doch größtenteils auch Männer als Kunden. Akzeptieren die dich? Lydia: Tja, das ist eine Frage, die ich mir selber immer wieder stelle. Es wird lange dauern, bis ich den Anforderungen gewachsen bin, doch bisher habe ich noch alles geschafft. Aurelius hat mich früher oft mitgenommen, wenn neue Stoffe gekauft werden muß–ten. Da hat er mir die Entscheidung überlassen, welchen Stoff wir mitnehmen. Auch sonst hat er mir viel erklärt und mich eingeweiht. Sonst hätte ich es nicht gewagt, alleine weiterzuführen. - Und alleine bin ich nicht. Ruben ist auch da. Er ist zwar schon alt, vergißt viel und ist manchmal launisch, hilft mir aber gerne. Er ist eine große Stütze. Er hat nur eine seltsame Angewohnheit, er arbeitet nämlich nicht am 7.Tag der Woche. Fulvia: Na, das ist ja seltsam. Lydia: Das war schon immer so, die Kundschaft hat sich dran gewöhnt, dass wir am 7.Tag geschlossen haben. Übrigens, dein Mann Valleius hat mir erzählt, dass ihr eine Sklavin habt, die hellsehen kann? Fulvia: Ja, Erosa. Sie ist sein ganzer Stolz, Es kommen auch viele Menschen zu ihr, um sich die Zukunft voraussagen zu lassen. Die Leute geben gerne Geld dafür, wenn für sie der Schleier der Zukunft etwas gelüftet wird. Valleius sagte mir, er wolle di¦r einen Gefallen tuen und sie dir schicken, damit du etwas über deine Zukunft erfährst. Lydia: Ich glaube nicht viel davon, was irgendjemand sagt. Selbst die Sterne sind nicht zuverlässig. Fulvia: Nein. An die Sterne glaube ich schon lange nicht mehr. (leise) Manchmal wünsche ich mir, ich hätte etwas, woran ich glauben könnte. Du wirst doch Valleius den Wunsch nicht abschlagen, dir einen Gefallen zu tun?! Lydia: Natürlich nicht. Es ist sehr aufmerksam von ihm, an mich zu denken, aber so ganz wohl fühle ich mich nicht dabei. Ich glaube nicht, dass da etwas dran ist, aber Ruben sagte mir, nachdem Valleius mich eingeladen und von der Wahrsagerin erzählt hatte, ich solle nicht hingehen um mir die Zukunft zu deuten. Sein Gott habe bestimmt, seine Anhänger sollen nicht zu Wahrsagern gehen, auch keine Deutung anhören. Es gäbe Gesetze, die den Menschen helfen sollen, worin auch das letztgenannte Verankert sei. Fulvia: Was gäbwe ich darum, genau gesagt zu bekommen, was ich tuen und was ich lassen soll. Es wäre doch ein tröstender Gedanke, sich auf sogenannte "Gesetze" stützen zu können. Was ist das für ein Gott? Wie heißt er? Welche Religion ist das? Lydia: So ganz verstehe ich das auch nicht. Ruben hat mir noch nicht soviel erzählen können, damit ich mir ein Bild davon machen kann. Aber, liebe Fulvia, mit der Sehnsucht nach einem festen klaren Glauben empfinde ich das gleiche wie du. Auch mir sind die Sterne zu unsicher. Mit den Göttern kann ich auch nichts anfangen, obwohl wir Römer viele und verschiedene Götter haben. Den Halt konnten sie mir genauso wenig geben, wie die Philosophie oder andere Ideologien. Fulvia: Lydia, erfülle mir bitte den Wunsch und erzähle mir bei deinem nächsten Besuch so viel du weißt von diesem Gott, an den Ruben glaubt. In wenigen Minuten kommt Valleius um dir Erosa Ázu bringen. Wirst du mir die Bitte erfüllen? Lydia: Natürlich Fulvia. Gerne will ich deiner Bitte nachkommen... Valleius: Guten Tag, Frau Lydia! Fulvia hat dich sicher darauf vorbereitet, dass ich dir Erosa vorstellen möchte, wie ich dir auch bereits angekündigt hatte. Wenn du nichts dagegen hast, Erosa ist heute in einer guten Stimmung. Ich hoffe wirklich, dass sie dir nur gutes voraussagt. Erosa sage der Dame ihre Zukunft voraus und was sie erwartet. Erosa: (nimmt Lydias Hand / monotone Stimme) Du hast großes Leid erlebt, aber dein Kummer ist noch nicht beendet. Du bist auf der Suche und wirst Menschen treffen, die dich in Angst und Unsicherheit stürzen. Dein Geschäft wird bedrückt von....von Lydia: Von was? Erosa: Ich kann es nicht sehen. Da ist etwas... Etwas da, was mir die Sicht verwehrt. Ich kann es nicht sehen. Etwas blockiert mich. Es ist etwas Großes, Helles. Lydia: Kannst du denn nichts gutes für mich sehen? Erosa: Ich kann nicht... Es ist grell. Ich kann nicht in dein Leben sehen. Valleius: Es war doch nicht der richtige Moment, Erosa zu fragen. Ich werde sie wegbringen lassen. Frau Lydia, entschuldige mein überschnelles Verhalten. Bitte mache dir keine Sorgen. Lydia: Ich danke, dir für die Aufmerksamkeit. Du brauchst dich nicht zu entschuldigen, Valleius. Für mich wird es sowieso Zeit, nach Hause zu gehen, mein Sklave wird schon auf mich warten. Vielleicht habe ich an einem anderen Zeitpunkt mehr Zeit. Fulvia, wir sehen uns doch sicher öfter mal. Mir hat der Besuch bei dir gut getan. Sprecher: Lydia konnte sich die Frage nach dem "Warum" nicht beantworten, aber irgendetwas hatte sie gewarnt, sich auf die Wahrsagerin einzulassen. In Gedanken versunken kam sie zu Hause an. Die arbeitsreichen Tage schluckten schnell die Erinnerung an den beunruhigenden Zwischenfall in Fulvias Haus, aber die Bitte Fulvias und das seltsame Verlangen nach der Wahrheit trieb sie zu Ruben. Lydia: Ruben, komm setz' dich hier in den Schatten. Jetzt, um die Mittagszeit lasse ich die Jalousien herunter. Jetzt ist jeder froh, wenn er sich in den Schatten zurückziehen kann. Ditus setzt du dich auch zu uns? Ditus: Kann ich machen Mutter. (alle setzen sich) Ruben: Ich glaube, der Stoffvorrat muß erneuert werden. Bald müßte doch auch wieder eine Ladung einlaufen. Der Bote wird sich hoffentlich recht bald melden. Ditus: Mutter, ich komme dann mit, um die Bestellung aufzugeben, nachdem wir uns die Stoffe angesehen haben. Lydia: Das können wir gerne machen. Ditus: Wenn ich bald das Geschäft übernehme, dann wirst du nicht mehr gebraucht. Ich kann das alleine weiterführen. Ruben: Ditus, du solltest ehrfurchtsvoller mit deiner Mutter reden. Ditus: Ich glaube nicht, dass es dich interessiert, was und wie ich rede. Ruben: Unser Gott hat in seinen Geboten gesagt, dass die Kinder ihre Eltern ehren sollen. Ehren heißt noch mehr als nur freundlich miteinander reden. Ehren heißt auch... Ditus: Hör auf mit dem religiösen Geschwätz. Wir Römer wissen längst, dass man nur an sich selbst glauben soll. Lydia: (scharf) Ditus, du solltest dich bei Ruben entschuldigen für diese unverschämte Worte. Gerade als Römer solltest du höflich bleiben, selbst wenn dir etwas nicht gefällt. Ditus: Ruben, entschuldige meine Worte. (steht auf, geht) Lydia: Bitte Ruben nimm' ihn nicht ernst. So bitter habe ich ihn selbst noch nicht gesehen. Aber, erlaube mir eine Bitte: Erzähl mir mehr von dem Gott, der sogar bis in die Eltern-Kind-Beziehung hinein Ordnungen aufstellt. Ruben: (voller Liebe und Hingabe) Der Gott, den wir auch Jahwe nennen ist der einzige Gott. Er hat vor vielen Jahren die Welt gemacht. Doch als die Menschen immer mehr sündigten, das heißt Dinge taten, Worte redeten und sich andere Götter machten, ohne Gottes Willen zu erfragen, da wurde Jahwe traurig darüber und Zorn erfüllte ihn. Deshalb séuchte er sich die wenigen Menschen heraus, die noch nach ihm fragten, die zu ihm beteten und auf seine Anweisungen warteten. Zu denen redete er und gab ihnen Gesetzestafeln, auf die er Ordnungen eingemeißelt hatte, um das Leben der sonst orientierungslosen Menschen zu erleichtern. Diese Gebote, wie sie auch heißen, hat Gott in den Mittelpunkt unseres Lebens gestellt. Durch besondere, von ihm erleuchtete Menschen, Propheten genannt, wurde dieses Volk, dass auf Gott hörte immer wieder ermahnt, Jahwe nicht zu vergessen. Viele Propheten Gottes sind auch beauftragt worden, die Worte Gottes in Schriftrollen zu fassen, damit die Nachfahren auch von all den Wundern, den Wegen und Erfahrungen der Vorfahren lesen konnten. Hier in Philippi gibt es zwar auch eine kleine Anzahl, aber wir treffen uns regelmäßig, um aus diesen Schriftrollen zu lesen und zu Jahwe zu beten. Lydia: Kann ich da auch hinkommen? Ruben: Ja. Alle, die ehrliches Interesse daran haben, dürfen de Versammlung beiwohnen. Lydia: °(erschreckt) Ruben, die Sonne ist schon tiefer gesunken, die Mittagspause ist vorüber. Können wir uns nicht jede Mittagspause hierhin zurückziehen und du ließt mir aus deinen Schriftrollen vor? Ruben: (nickt) Ja, das mache ich gern. Sprecher: Schon viel hatte Lydia von diesem neuen, andersartigen Gott gehört. Auch dass er einen Messias schicken würde, der den Menschen die Erlösung von den Sünden durch sein Kommen bringen würde. Mit welcher tiefen Liebe und Verehrung sprach Ruben von seinem Gott! Immer mehr erahnte Lydia die unaussprechliche Liebe, die diesen Gott dazu treiben mußte, zu Menschen Kontakt aufzunehmen. Schon bald erfüllte sie ein Friede, den sie nicht zu Aurelius Lebzeiten, noch nach seinem Tode gekannt hatte. Diese Ruhe gab ihr auch mehr innere Ausgeglichenheit bei den Erziehungsschwierigkeiten mit Ditus. Der jedoch lehnte diesen neuen Glauben radikal ab. Ihrer engen Freundin erzählte sie alles, was sie behalten koßnnte mit innerer Anteilnahme, dass auch Fulvia regelmäßig mit zu den jüdischen Versammlungen kam. Wieder waren Lydia und Fulvia in Gemeinschaft der Juden auf dem Platz am Fluß und hörten, wie gerade aus den Schriftrollen gelesen wurde. (Besucher sitzen in Reihe / Stühle für Paulus freilassen) Ruben: Den Abschnitt, für den heutigen Tag finden wir im Propheten Jesaja. Lydia: (flüsternd) Guck mal da kommen drei Männer direkt auf uns zu. Wollen sie die Zusammenkunft verbieten? Fulvia: Nein, denn sie sehen nicht wie Römer aus. Jetzt wenden sie sich an Ruben. Paulus: Ist das hier die Versammlung einer jüdischen Synagoge? Ruben: Ja, wir kommen zusammen, um aus den Schriftrollen zu lesen. Paulus: Mein Name ist Paulus. Paulus von Tarsus. Wir möchten uns gerne zu euch setzen. (freundl.) Ruben: Ich hoffe es ist euch recht, wenn ich den gerade angekündigten Abschnitt vorlese und danach euch das Wort überlasse. Nimmt doch bitte Platz! (Paulus und Begleiter setzen sich) Ruben: FürØwahr, er trug unsere Krankheit und lud auf sich unsere Schmerzen. Wir aber hielten ihn für den, der geplagt und von Gott geschlagen und gemartert wäre. Aber er ist um unserer Missetat willen verwundet und um unserer Sünde willen zerschlagen. Die Strafe liegt auf ihm, auf dass wir Frieden hätten, und durch seine Wunden sind wir geheilt. Wir gingen alle in die Irre, wie Schafe, ein jeglicher sah auf seinen Weg; aber der Herr warf alle unsere Sünden auf ihn. (kleine Pause) Das war die Lesung für heute, in der Jahwe uns neue Hoffnung gibt, auf unseren Messias zu warten. Immer sollen wir daran denken. Es wird einer kommen, der unsere Sünden völlig austilgt. Jetzt möchte ich das Wort an unseren Gast, Paulus von Tarsus weitergeben. Paulus: Ich danke euch für die Freundlichkeit, mich zu euch sprechen zu lassen. Der Herr unser Gott hat es in seiner Weisheit so geführt, dass genau diese Worte für diesen Tag vorgelesen wurden, weil er mich hierhergesandt hat, um euch die gute Nachêricht zu überbringen, dass diese Prophezeiungen nunmehr erfüllt ist. Der Messias ist auf diese Erde gekommen und ist um unsere Missetat willen zerschlagen und gestorben! Ruben: (schockiert) Was willst du damit sagen? Paulus: Ich will damit sagen, das die Voraussagung, dass der Messias kommt sich erfüllt hat und der Sohn Gottes gelebt hat unter uns. (leise Musik)Es ist schon einige Jahre her, als ich mich zum Pharisäer ausbilden ließ. Der Name Gamaliel ist euch sicher bekannt, als berühmte, lehrende Persönlichkeit. Er war mein Lehrer. Als ich fertig war mit der Ausbildung hörte ich von anderen Juden, dass der verheißene Erlöser auf dieser Erde schon gelebt hatte. Wut packte mich! Wie anmessend von ungebildeten Personen zu behaupten, der Jesus sei geboren und gestorben, damit wir zu Gott kommen können. Außerdem lehrten diese Menschen, die an Jesus glaubten, dass Liebe das allergrößte Gebot sei, während wir Juden behaupten, die Gebote halten, nach den Satzungen leben, regelmäßige Gottesdiens±tbesuche und vieles mehr sei das alleinseligmachende. Jesus aber habe mit Sündern, mit Zöllner, Huren, Dieben und Aussätzigen gesprochen. Tief in mir entbrannte Haß. Haß auf diese Menschen, Haß auf Jesus. Und ich begann, gezielt und geplant diese Menschen auszurotten. Mit der Ermächtigung, an Jesus glaubende Menschen ins Gefängnis werfen zu dürfen, zog ich durch die Städte. Es kam soweit, dass ich im Land bekannt war und die Gläubigen sich in Kellern und Friedhöfen versammelten, um unentdeckt zu bleiben.Einmal zog ich nach Damaskus. Mir wurde gesagt, dort gäbe es auch Christen. Mitten auf dem Weg wird es plötzlich ganz hell. Ich dachte in dem Augenblick, die Sonne fällt auf die Erde. Das geschah so unerwartet, dass ich vom Pferd fiel und als ich meinen Kopf anhob, hörte ich eine Stimme. Eine Stimme wie Rauschen und Donnern. Sie sprach: "Saul, Saul, warum verfolgst du mich?" Das konnte ich nicht verstehen. Unsicher fragte ich: "Herr,H wer bist du?" Er antwortete: "Ich bin Jesus Christus von Nazareth, den du verfolgst." Das hat mich tief erschüttert. Ich hatte doch Gott verteidigen wollen!Tage später begegnete mir Jesus. Er machte mir klar, dass er der Sohn des allerhöchsten ist, dass Gott ihn gesandt hat. Seid dem glaube ich selbst daran, dass Jesus gekommen ist, weil er uns liebt, liebt, obwohl er wußte, dass er zerschlagen und verachtet sein wird. (Musik Ende) Sprecher: Lydia und Fulvia hörten wie gebannt zu. Sie spürten die Heiligkeit Gottes so nah, so echt, als wäre es in ihrer Gegenwart geschehen. Paulus erzählte von Jesu Liebe zu den unteren Völkerschichten. Seine Geduld und erfolglose Bitte zur Umkehr. Er sei gestorben um für die Schuld der gesamten Menschheit zu büßen. Jetzt könne jeder zu Jesus kommen durch das Gebet. Lydia fühlte, dass hier die LösungP ihres Lebensproblems lag. Das war die Antwort, das war die Hilfe, die ihr wirklich Hilfe bot. Zur Bestätigung ihres Glaubens ließ sie sich von Paulus taufen. Als sie aus dem Wasser stieg, bemerkte sie wie nebenbei, dass mindestens die Hälfte der Versammlung sich nach ihr ebenfalls taufen ließen. (Musik) (voll Jubel und Dankbarkeit) Lydia: Herr Jesus, du Christus meiner Seele! Wie lange habe ich gesucht nach dir. Wie lange die Sehnsucht in mir getragen, jemanden zu haben, an den ich mich wenden kann. Du hast für mich gelitten, warst verachtet und wertlos vor anderen Menschen. Jetzt kann ich ruhig sein, ruhig sein in dir. Ich fühle, deine Ruhe und die Gelassenheit in mir. Jesus, ich will dir danken, dass du fähig bist, Sehnsüchte zu stillen, Bedürfnisse zu befriedigen durch deine Gegenwart. DU bist der einzige und wahre Gott!!! ENDE Zu Favoriten hinzufügen (14) | Artikel zitieren | Aufgerufen: 903
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