| Der Sieger über Leben und Tod |
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Ostergeschichte
Tobias: (klopft) Harim! Harim! Mach auf! Wir haben ihn! Mach auf! Harim: (verschlafen) Was ist denn los hier? Was ist denn? Tobias: Wir haben ihn! Harim: Wen habt ihr? Tobias: Na du weißt doch, Jesus von Nazareth. Harim: Jesus, von Nazareth? Ach, und was ist mit seinen Jüngern? Tobias: Die sind geflohen! Sie haben ihn alle im Stich gelassen! Es war unten in einem Garten, am Hang zum …lberg. Und sogar einer seiner engsten Freunde hat uns zu ihm geführt. Harim: Ach! Tobias: Und übrigens, er hat ihn geküßt, das war unser Zeichen. Tirza: Was ist denn geschehen? Harim: Wir haben ihn, Jesus von Nazareth. Seine Freunde sind alle weggelaufen. Tobias: Und einer seiner besten Freunde, ich glaube Judas hieß er, hat ihn verraten. Aber jetzt kommt mit, Kaiphas braucht uns! Harim: Kaiphas braucht uns? Wozu? Tobias: Verstehst du denn nicht? Wir dürfen ihn nicht verurteilen, das können doch nur die Römer. Kaiphas erwartet uns aàlle beim römischen Prokonsul Pilatus. Harim: Und da soll er verurteilt werden? Tobias: Genau, so und jetzt mach dich fertig. Ich muß auch noch Anderen Bescheid sagen. Und bring deine Frau mit. Harim: Ja. Szene 2 Tirza: Du willst doch wohl nicht dort hingehen? Harim: Aber natürlich gehe ich dort hin! Ich wäre auch ohne Kaiphas' Befehl hingegangen, und jetzt hat er uns gerufen. Und du gehst auch hin. Tirza: Und was soll ich da? Harim: Dafür sorgen dass er verurteilt wird natürlich. Tirza: Und ihr meint, dass er die Todesstrafe verdient? Harim: Ganz recht. Tirza: Was hat er denn getan? Harim: Er hat Gott gelästert. Er hat gesagt er sei von Gott! Tirza: Ich sage dir, er ist von Gott. Er ist ein Heiliger. Aus ihm redet Gott. Harim: Sag mal, willst du uns belehren? Wir Priester wissen wer von Gott ist, und der ist nicht von Gott. Er kann nicht von Gott sein! Tirza: Und warum nicht? Harim: Ständig diese Fragerei! Kaiphas und die Hohenpriester wissen was sie tun. Tirzûa: Entschuldige, ich fühle, dass dieser Mann gut ist. Er ist von Gott. Er ist ein Prophet. Harim: Prophet! Das ist nicht wahr. Du mußt mitgehen, Kaiphas rechnet mit uns. Die Sache ist ernster als du denkst. Wir kommen ins Unglück wenn wir ihn nicht verurteilen. Tirza: Ich kann nicht gegen ihn sein. Du weißt doch, dass ich ihn einmal gesehen habe! Harim: Gesehen, was soll denn das? Viele haben ihn gesehen! Tirza: Ich habe gesehen wie er einen Blinden geheilt hat. Er hat nur Gutes getan. Harim: Jetzt ist es aber genug! Was sagst du dazu, dass er den Sabbat bricht?! Ist das auch gut? Ja?! Als wenn seine Verbrechen nicht längst schon bewiesen wären. Tirza: (zu sich) Was soll ich nur tun? Harim: Mitkommen Frau, mitkommen! Tirza: Und Pilatus bitten, dass er ihn tötet? Harim: Jawohl. Tirza: Ich weiß, mit Weniger gebt ihr euch nicht zufrieden! Harim: Warum stellst du dich eigentlich so an Tirza. Ich kenne dich eigentlich gar nicht so. Tirza: Weil er unschuldig ist, darum. (Musikstück) Szene 3 SprÔecher: Der Hohepriester Kaiphas und die übrigen Priester führen Jesus zu dem Gerichtshaus und übergeben ihn dem römi-schen Prokurator Pilatus. Es ist früh morgens. Sie gehen nicht in das Gerichtshaus damit sie sich nicht verun-reinigen und vom Passafest ausgeschlossen werden. Soldat: Prokurator! Der Hohepriester Kaiphas und seine Anhänger warten draußen. Der Angeklagte, Jesus von Nazareth, ist im Vorraum. Pilatus: Was liegt gegen ihn vor? Soldat: Nichts Bestimmtes, irgend eine Angelegenheit über ihre Religion, er will ihr König sein. Aber ich habe das Gefühl, dass sie den Mann loswerden wollen, weil er ihnen nicht paßt. Pilatus: Mmh, und ich soll ihnen dabei helfen. Aber nicht mit mir. Komm wir gehen nach draußen. --- Guten Morgen, ehrwürdige Herren. Kaiphas: Die Mitglieder des Hohen Rates entbieten dem Prokurator ihre ganze Ergebenheit. Pilatus: Kommen wir zur Sache. Um wen handelt es sich bei diesem Jesus von Nazareth? Kaiphas: Wir würden nicht zu dir kom©men wenn er nicht ein Verbrecher wäre. Pilatus: Dann verurteilt ihn nach eurem Gesetz. Kaiphas: Wie du weißt, dürfen wir keinen Menschen zum Tode verurteilen. Pilatus: Sicher nicht. Weshalb verlangt ihr gleich die Todesstrafe? Kaiphas: Er hat das einfache Volk aufgehetzt. Er sagt man soll dem Kaiser keine Steuern zahlen. Pilatus: Um die ihr als Hohepriester und treue Untertanen des römischen Reiches so besorgt seid? Das ist mir zwar neu lieber Kaiphas, aber das reicht noch nicht aus für die Todesstrafe. Kaiphas: Er behauptet obendrein ein König zu sein. Das geht dich an, Pilatus und den Kaiser. Er behauptet der König der Juden zu sein. Pilatus: Ein König will er sein. Den König will ich mir mal ansehen. Sprecher: Pilatus geht ins Gerichtshaus, ruft Jesus, und fragt ihn: Bist du der König der Juden? Jesus antwortet: "Du sagst es, dass ich ein König bin. Mein Reich ist nicht von dieser Welt. Ich bin dazu geboren unjd in die Welt gekommen um für die Wahrheit einzustehen. Jeder der aus der Wahrheit ist, hört meine Stimme." Pilatus spricht zu ihm: "Was ist Wahrheit?" Pilatus: (nachdenklich) Was ist Wahrheit? Kaiphas: Und nun Prokurator? Pilatus: Ich habe ihn verhört. Ich finde keine Schuld an ihm. Er ist vollkommen harmlos und will nur die Welt verbessern. Dafür gibt es keine Todesstrafe. Kaiphas: Dieser Mann ist eine Gefahr für die politische Ordnung. Vor wenigen Tagen ist er in Jerusalem eingezogen. Einige Tausend haben ihm zugejubelt. Pilatus: Stimmt, ich hörte davon. Ritt er nicht auf einem Esel? Kaiphas: Ja, auf einem Esel. Pilatus: Da seht ihr's. Er ist nur so'n Frommer mit einigen Anhängern. Nicht der Rede wert, geschweige denn ein Todesurteil. Kaiphas: Prokurator, er hetzt das ganze Volk auf. Angefangen von Galiläa bis nach Jerusalem sammelt er Aufrührer. Pðilatus: Galiläa sagst du, natürlich, er stammt aus Galiläa. Kaiphas: Ja, von Galiläa bis.... Judäa hetzt er das Volk gegen den Kaiser auf. Pilatus: Danke, danke Kaiphas. Die ganze Angelegenheit um diesen Mann aus Galiläa geht mich überhaupt nichts an, dafür ist Fürst Herodes Antipas zuständig. Ihr kennt seinen Palast, und soviel ich weiß, ist er da. Wartet, ich gebe euch noch einen Brief mit. (Musikstück) Szene 4 Sprecher: Der Hohepriester Kaiphas und die ganze Schar der Schriftgelehrten und Priester führen Jesus zum Palast des Herodes, dem Fürsten von Galiläa, der Johannes den Täufer enthaupten ließ. Herodes: Guten Morgen, meine Herren. Was bewegt den Hohen Rat so früh am Morgen zu mir zu kommen? Kaiphas: Erhabener Fürst, der römische Statthalter Pilatus hat uns gebeten euch einen Brief zu überreichen. Es betrifft den Aufrührer, Jesus von Nazareth. Herodes: Zuerst den Brief. Kaiphas: Bitte sehr, erhabener Fürst. Herodes: Mmh, an den verehrten Fürsten Herodes Antipas: Der Gefanýgene, den ich euch heute übergebe ist aus Galiläa. Der Hohe Rat verlangt für ihn die Todesstrafe. Da dieser Jesus von Nazareth unter eurer Hoheitsgewalt steht, möchte ich nichts ohne eure Zustimmung veranlassen. Jesus ist der Sohn eines Zimmermanns, und wird des Hochverrats beschuldigt. Ich wäre euch sehr dankbar, wenn ihr die Sache prüfen und mir euer Urteil über diesen Mann mitteilen würdet. --- Jesus von Nazareth, den wollte ich schon immer mal sehen. Was habt ihr im Ein-zelnen gegen ihn? Kaiphas: Er wiegelt das Volk auf. Er behauptet Gott sei sein Vater, das ist Gotteslästerung! Herodes: Solch ein Unsinn! Wie kann jemand behaupten Gottes Sohn zu sein. Und außerdem ist das eine religiöse Angelegenheit. Mit solchen Dingen befaßt sich das römische Gesetz nicht. Kaiphas: Aber er hat gesagt, dass er den Tempel, den euer Vater, der große König Herodes gebaut hat, abreißen und dann in drei Tagen wieder aufbauen würde. Herodes: Das ist ja etwas ganz Besonderes. Den seh ich mir einmal an. Sprecher: Nun ùwird Jesus ausführlich verhört. Herodes fordert ein Zeichen von ihm. Auf alle Fragen die Jesus gestellt werden antwortet er nichts. Dann ziehen sie ihm einen Purpurmantel an, verspotten und verhöhnen ihn, und schicken ihn wieder zurück zu Pilatus. Szene 5 Soldat: Pilatus, sie sind wieder da. Pilatus: Ja, ich weiß. Hast du gesehen was sie ihm übergehängt haben? Soldat: Ja, auch Herodes hält ihn eher für lächerlich als gefährlich. Pilatus: Sie sind nur eifersüchtig auf einen Mann, der unter den einfachen Leuten Erfolg hat. Soldat: Die Sache hat sich herumgesprochen. Die Leute strömen nur so auf den Vorplatz. Noch etwas. Ich habe eine wichtige Nachricht von ihrer Frau. Sie läßt Euch sagen: Ihr sollt nichts zu schaffen haben mit diesem Gerechten. Sie hat seinetwegen einen furchtbaren Traum gehabt. Pilatus: Mmh, es ist schon sonderbar. Mir wird unheimlich. Aber ich habe da eine Idee. Zum Passafest verlangen die Juden immer die Freiheit für einen Gefangenen. Ich nehme den Mörder... Soldat: Barabbaøs? Pilatus: Genau den. Sprecher: Noch einmal versucht Pilatus Jesus freizulassen. Doch als er hört, wie hysterisch das Volk seine Kreuzigung verlangt, gibt er nach, und wäscht seine Hände in Unschuld. Er gibt Jesus zur Kreuzigung frei! (Musikstück) Hauptmann: Diesen Tag werde ich nie vergessen. Ein furchtbarer Tag! Drei hatten wir zur Hinrichtung zu führen. Ich als Hauptmann hatte diesen Einsatz zu leiten. Einen von ihnen hatten wir ganz schön zugerichtet, den König der Juden, so stand es auf einem Holzbrett, das an seinem Kreuz hing. Eine Dornenkrone auf seinem Kopf, Dornen von dem Feuerholz in unserer Kaserne. Blut tropfte von der Stirn und von seinem Rücken. Er konnte nicht mehr. Ich weiß nicht, irgendwie war alles anders als sonst. Dieser König der Juden schrie nicht. Nein, er betete. Wirklich, er betete für meine Kameraden. Ich hab's genau gehört. "Vater", sagte er, "Vater vergib ihnen, denn sie wissen nicht was sie tun." Welchen Vater meinte er? Das ging mir auf als die Hohenpriester es schrúien: "Bist du Gottes Sohn, so steige herab vom Kreuz, und wir werden an dich glauben. Er hat Gott vertraut, der erlöse ihn, wenn es ihm gefällt, denn er hat gesagt: Ich bin Gottes Sohn." Das riefen sie, und dann sagten die beiden anderen Gekreuzigten etwas. Es war schwer zu verstehen, aber ich stand nahe genug dabei. Der eine keuchte: "Bist du nicht der Christus? Hilf dir selbst, und uns!" Und dann kam von unten der Spott der Priester: "Anderen hat er geholfen, aber sich selbst kann er nicht retten." Aber der zweite Verbrecher der neben dem Judenkönig hing, der sprach ganz anders: "Was fällt dir ein?", sagte er. "Hast du keine Furcht vor Gott? Wir haben verdient, dass wir sterben, aber er, er hat nichts Böses getan." Und dann bat er: "Jesus, denke an mich, wenn du in dein Reich kommst." Ich habe genau hingehört, was der Judenkönig anwortete: "Wahrlich, wahrlich, ich sage dir, heute wirst du mit mir im Paradies sein." Es war wirklich merkwürdig. Jetzt wurde es dunkel, obwohl die Sonne am H°immel stand. Gegen drei Uhr waren nur noch einige Wenige an der Hinrichtungsstätte, meine Kameraden, einige Rabbis, ein weiterer Mann und einige wenige Frauen, die weinten. Eine der Frauen muß seine Mutter gewesen sein. Der Mann am Kreuz sagte: "Frau, siehe das ist dein Sohn.", er meinte den Mann an ihrer Seite. Und dann sagte er zu diesem Mann: "Siehe das ist deine Mutter". Offensichtlich hat er noch am Kreuz für seine Mutter gesorgt. Die Dunkelheit, die Stille, es war beängstigend. Ich kam einfach nicht von dem Gedanken los, dass dieser Mann wirklich anders ist, vielleicht wirklich Gottes Sohn ist, mindestens unschuldig ist. Plötzlich schrie er: "Eli, Eli lama asabtani!", das heißt: Mein Gott, mein Gott warum hast du mich ver-lassen? Einer von unseren Kameraden steckte einen Schwamm auf einen Stab, tauchte ihn in den sauren Wein und führte ihn dann an seine Lippen. Da regte sich der Judenkönig noch einmal und rief laut: "Es ist v°oll-bracht!". Und danach kam leise das alte Gebet der Israeliten: "Vater, in deine Hände befehle ich meinen Geist." In diesem Augenblick erzitterte der Erdboden. Panische Angst breitete sich aus. Von überall her hörte man Schreie, und dann wurde mir schlagartig klar: Das war nicht ein einfacher Schwärmer, ein frommer Jude oder irgend ein König. Das war der Sohn Gottes! Un-schuldig, am Kreuz gestorben. (Musikstück) Szene 6 Andreas: Hoffentlich sucht niemand nach uns. Wenn sie uns jetzt finden, dann ist alles aus. Johannes: Wie konnte es nur so weit kommen? Er war doch der Messias, der Sohn Gottes. Alle unsere Hoffnung haben wir auf ihn gesetzt. Und jetzt diese Enttäuschung! Andreas: Er hat doch große Wunder vollbracht, und so oft seine Allmacht dadurch bewiesen. Aber dann, in dieser ernsten Stunde, unternahm er nichts. Er rief auch niemanden auf, ihm zu helfen, sondern ließ alles über sich er-gehen. Er, der unschuldig war, mîußte so schreckliche Qualen erdulden. So viel Spott und Hohn. Aber trotz der Leiden blieb er still. Nicht ein einziges Schimpfwort kam aus seinem Munde. Er ging wie ein Schaf zur Schlachtbank, um dort zu sterben. Petrus: (traurig) Ja, und jetzt ist Jesus tot; und ich kann nie wieder gutmachen, was ich ihm angetan habe. "Der Hahn wird nicht krähen, bevor du mich dreimal verleugnen wirst." sagte er. Und ich, der ich sogar mit ihm in den Tod gehen wollte, tat es wirklich, ich verleugnete meinen lieben Herrn. Ach, wie weh muß es ihm getan haben. -- Könnte ich ihm doch, noch einmal sagen, wie lieb ich ihn doch habe. (Musikstück) Archus: Kannst du das verstehen? Wir sollen hier einen Toten bewachen? Gajus: Ich habe schon oft Wache geschoben, vorne in der ersten Linie, vor Palästen und an Waffenlagern, aber bei einem Gekreuzigten? Archus: Naja, hier kann nicht viel passieren. Außer, dass viel-leicht seine Anhänger hier auftauchen. Gajus: Wo die wohl sind? Archus: Sie haben ihn alle im Stichû gelassen! Gajus: Manche sagen ja, er soll Gottes Sohn gewesen sein. So-gar der Hauptmann war davon überzeugt. Archus: Irgend was muß da dran sein, sonst ständen wir doch nicht hier am Grab. (Musikstück) Szene 7 Sprecher: Am frühen Morgen des ersten Wochentages bebt plötzlich die Erde. Ein Engel tritt an das Grab, rollt den Stein weg und setzt sich darauf. Die Wächter erschrecken der-art, dass sie zuerst zitternd am Boden liegen und danach flüchten. Gajus: Aufmachen! Bitte aufmachen! Kaiphas: Was ist denn jetzt schon wieder los? Es ist doch noch nicht einmal die erste Tagewache. Wer ist da? Archus: Die Wachmannschaft vom Grab! Kaiphas: Und was wollt ihr? Gajus: Er ist weg! Kaiphas: Weg? Was heißt weg? Was passiert ist will ich wissen! Kommt her, aber leise. Archus: Der Stein! Der Stein wurde auf die Seite gerollt! Kaiphas: Ihr habt nicht aufgepaßt! Seine Jünger sind gekommen..! Gajus: Nein! Wir haben nicht geschlafen! Wir konnten nur nicht genau sehen, was passiert ist. Kaiphas: Wasâ konntet ihr nicht genau sehen? Archus: Ein Blitz blendete uns! Wir fielen zu Boden! Die Erde bebte! Kaiphas: Ja, und weiter? Was dann? Gajus: Als wir aufschauten war das Grab leer! Archus: Der Stein lag neben dem Eingang auf dem Boden, und auf diesem Stein saß ein Mann mit einem schneeweißen Ge-wand! Gajus: Ich hab ja schon viel gesehen, und einige Schlachten miterlebt, aber das ist zu viel! Kaiphas: Und die Leiche?! Was ist mit der Leiche passiert?! Archus: Es gibt keine Leiche, lieber Hohepriester Kaiphas! Der Gekreuzigte, Jesus von Nazareth, muß auferstanden sein. Gajus: Er hat doch gesagt, er sei Gottes Sohn, und jetzt hat dieser Gott es bewiesen. Das müßte euch doch klar sein. Kaiphas: Nichts, nichts, nichts ist klar - bewiesen! Archus: Was sollen wir tun? Gajus: Komm wir gehen zum Prokurator! Kaiphas: Nein, nein, nein - wartet, wartet einen Augenblick! Sprecher: Der Hohepriester Kaiphas ruft die Ratsältesten und überlegt mit ihnen, was sie tun sollen. DanÁn ruft er die Soldaten: Kaiphas: Also, meine Herren, ihr seid doch vernünftige Leute. Ihr könnt doch immer ein bißchen Geld gebrauchen. Na, wie wär's denn wenn ich euch da ein wenig nachhelfen würde? Wir zahlen jedem von euch eine beträchtliche Summe, als Dank für eure Dienste, versteht sich. Archus: Und um welche Dienste handelt es sich? Kaiphas: Nur um eine Kleinigkeit. Also, wenn euch jemand fragt, was heute Morgen nach eurer Ansicht passiert ist. Gajus: Es ist wirklich passiert! Kaiphas: Wenn euch jemand fragt, was nach eurer Ansicht passiert ist, dann sagt ihr einfach: Die Jünger des Zimmermanns aus Nazareth sind in der Nacht gekommen, und haben den Leichnam gestohlen, während wir schliefen. Archus: Aber wir haben doch gar nicht geschlafen! Gajus: Sie entschuldigen meine dumme Ausrede, wenn wir ge-schlafen haben, wie sollten wir dann wissen, dass es die Jünger waren, die ihn gestohlen haben? Archus: Außerdem steht Todesstrafe auf Scyhlafen! Ich mach da nicht mit... Kaiphas: Das laß nur meine Sorge sein. Wenn der Prokurator Pontius Pilatus euch bestrafen sollte, dann laßt es mich doch einfach wissen. Ich werde diese Sache schon regeln. Gajus: Aber das alles stimmt doch gar nicht. Kaiphas: Ob es stimmt oder nicht, geht euch überhaupt nichts an! Die Jünger haben den Leichnam gestohlen, verstanden?! Der Gekreuzigte ist nicht auferstanden! Sowas gibts doch gar nicht! Archus: Aber, das, das... Kaiphas: Hier habt ihr das Geld. So, für jeden 300 Denare. - Na, was sagt ihr jetzt? Noch etwas, die Sache des Römischen Reiches steht auf dem Spiel, wenn ihr Anderen etwas da-von sagt. Habt ihr verstanden? Gajus: Schon gut, wenn ihr beim Pontius Pilatus für uns ein-tretet, dann wäre es doch dumm, wenn wir das Geld nicht nehmen würden. Kaiphas: Na, eben. Sprecher: Sie nehmen das Geld, und tuen das was ihnen gesaïgt wurde. Diese Geschichte wird bei den Juden bis heute weitererzählt. (Musikstück) Szene 8 Maria Magdalena: Petrus, Johannes! Das Grab ist leer! Sie haben ihn weggenommen, und wir wissen nicht wo sie ihn hingelegt haben! Petrus: Komm Johannes! Das müssen wir sehen! Was da wohl passiert ist? Johannes: (zum Publikum) Noch nie sind wir so schnell gerannt! Petrus blieb etwas zurück. Ich kam zuerst ans Grab und sah hinein. Da lagen die Leinentücher. Jetzt war auch Petrus schon da. Er ging sofort hinein. Ich folgte ihm. Seltsam, das Schweißtuch lag nicht bei den Leinentüchern, sondern daneben, ordentlich zusammengewickelt. Johannes: Der Leib Jesu konnte nicht geraubt worden sein, sonst wären Binden und Schweißtuch mit fortgenommen oder un-ordentlich von dem Leichnam abgeglitten. Da erkannte ich: Sind diese Zeichen des Todes so bewußt abgetan und fortgelegt, dann heißt das ja: Sie sind nicht mehr nötig! Jesus braucht sie nicht mehr! Jesus ist auferstanden! (Gruppenlied) Maria Magdalena: Pe-trus und Johannes waren gegangen. Ich stand vor dem Grab und weinte! Die Hoffnung und der Sinn meines Lebens, den Jesus mir gab, als er noch lebte, waren zu-sammengebrochen. Erst töteten sie den Menschen, den ich am meisten liebte, den Mann der mich von der Macht der Finsternis löste, und dann holen sie sogar seinen Leichnam aus dem Grab! Ich ließ meinen Tränen einfach freien Lauf! Das Leben ohne ihn, meinen Meister, war unvorstellbar! Ich wäre damals am liebsten gestorben, um nicht ohne ihn leben zu müssen. Plötzlich stand ein Mann vor mir. Er fragte; mich: "Warum weinst du? Wen suchst du?" Ich dachte es wäre der Gärtner, und in meiner Verzweiflung fragte ich ihn: "Herr, hast du ihn weggetragen, so sage mir, wo du ihn hingelegt hast; dann will ich ihn holen. Da hörte ich plötzlich diese bekannte Stimme: "Maria!" Ich schrak zusammen, fiel ihm zu Füßen, und sagte: "Rabbuni, lieber Herr, bist du es wirklich?!" Freudentränen liefen über mein Gesicht. Ich konnte dieses Glück gar nicht fassen. Er ist wirklich auferstanden! Jesus, der Sieger über Leben und Tod! Weil Jesus lebt, werde ich mit ihm leben! ENDE Zu Favoriten hinzufügen (9) | Artikel zitieren | Aufgerufen: 1505
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