Gottes Wirken
An der Pforte der Hölle
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Roman und Marina Pototschnjak, UA-Lwiw Die Reise im Zug von Lwiw bis Donezk hat 25 Stunden gedauert. Mein Mitreisender im Abteil war Igor, ein Einwohner von Makejewka. Wir hatten viele Gespräche. Ich habe ihm über Gott erzählt; und er sprach mit mir über sich und über die Stadt, in der er wohnt. Von Igor habe ich zum ersten Mal erfahren, dass Makejewka „des Hades Pforten“ heißt. Nachher habe ich diesen Vergleich noch mehrmals gehört. Und als ich dort angekommen bin, habe ich begriffen, warum diese Stadt solch düstere Assoziationen auslöst. Hier gibt es eine Menge Hüttenwerke, Kokereianlagen und Kohlengruben. Der größte Teil der Stadt ist mit Rohrleitungen verschiedenen Umfangs verbunden. Diese Rohre sind senkrecht und waagrecht und in unglaublichen Kombinationen ineinander verschlungen. Ich hatte die Empfindung, als ob sie Fangarme einer ungeheuerlichen Krake seien, die die Stadt festhält. Der Himmel ist ein Wirbel verschiedenfarbigen Rauchs. Und auf dem Erdboden, auf den Häusern und auf den Bäumen liegt eine Schicht schwarzen Rußes. In einigen Bezirken von Makejewka macht das Atmen Beschwerden, weil man mit irgend welchen Gasen in Berührung kommt. Es scheint, dass man hier einfach nicht leben kann; dennoch leben hier Menschen. Doch das war nicht das Fürchterlichste. Fürchterlicher entpuppte sich eine andere unsichtbare Krake, die die Stadt im Würgegriff hält: Diese Krake ist die Trunk- und Dogensucht. Diese Stadt, die am Tag so ruhig aussieht, wird bei Dämmerung, die in der Winterzeit hier um 16 Uhr beginnt, von einer Menge Betrunkener und Drogensüchtiger bestimmt, die plötzlich wie aus dem Erdboden herauf kommen. Am Abend wird die Stadt gefährlich. Als wir am folgenden Tage gingen, um die Traktate zu verteilen, sahen wir benutzte Spritzen, die überall, auf Straßen, auf Treppenabsätzen, auf Fensterbänken und sogar in Briefkästen umher lagen. Einige von ihnen hatten noch frische Blutspuren. Es schien, als ob wir in Makejewka wirklich „des Hades Pforten“, von dem der Geruch der Sünde ausgeht, sahen. Wir haben begriffen, warum der Herr uns gerade in diese Stadt und gerade jetzt gesandt hatte. Wir haben die Traktate vom Morgenrot bis zur Dämmerung verteilt. Gegen Abend waren unsere Beine sehr müde. Wir mussten ja viele Treppen herauf- und hinabsteigen, weil fast alle Briefkästen kaputt waren; außerdem funktionierten die Fahrstühle oft nicht. Aber am nächsten Morgen waren wir wieder bereit, zu den Menschen zu gehen, die in dieser schmutzigen und finsteren Stadt leben, um ihnen das Licht des Evangeliums zu bringen. Liebe Geschwister, bitte betet für diese Menschen, die unsere Traktate bekommen haben. Wir sind froh, dass wir dem Herrn überall dienen dürfen, wohin Er uns sendet – in unsere Heimatstadt Lwiw, auf der Krim, in den Karpaten oder in Makejewka. Liebe Geschwister, wir danken Euch ganz herzlich für Eure Gebete und Eure Unterstützung unseres Dienstes in der Ukraine! Der Herr segne Euch reichlich! Eure Familie Pototschnjak (Marina, Roman, Katja und Iwanka) aus Lemberg |
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