Gottes Wirken
Den richtigen Schwerpunkt setzen
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Man kann von Wolfgang Amadeus Mozart (1756-1791) einiges wissen. Zum Beispiel, dass er Musikersohn war und in einem malerischen Winkel Salzburgs zur Welt gekommen ist oder dass er Pianist war und schon mit sechs Jahren auf Konzertreisen ging oder dass er Freimaurer war und in die Loge aufgenommen wurde. Damit weiß man einiges, ohne Zweifel, aber das Entscheidende nicht: nämlich dass er Komponist war, der wie kein anderer sämtliche Gattungen von Werken geschaffen hat.So kann man von Jesus einiges wissen. Zum Beispiel, dass er Zimmermannssohn war und in einer elenden Bretterbude Bethlehems das Licht der Welt erblickt hat und dass er Bergprediger war, der in einer radikalen Ethik die Gebote Gottes verschärfte, oder dass er Gefangener war und eine Lynchjustiz am eigenen Leib verspürte. Damit weiß man einiges, unbestritten, aber das Entscheidende nicht, nämlich dass Jesus Christus Retter war, der im Strom der Sünde weggerissene und untergegangene Menschen herausretten und ihnen zum Leben helfen will. Das sollten wir proklamieren, dass Jesus in die Welt gekommen ist, die Sünder zu retten. Warum nageln wir die Gestalt Jesu immer wieder als Galionsfigur an unsere Schiffe, mit denen wir das Meer der Zeit kreuzen wollen? Warum malen wir die Person immer wieder als das Symbol auf unsere Fahnen, mit denen wir unsere Bewegungen anführen wollen? Jesus für die Befreiung der Armen. Jesus für die Bestrafung der Reichen. Jesus für das Recht der Asylanten. Jesus für die Emanzipation der Frauen. Jesus für die Erhaltung des Waldes. Jesus für die Vernichtung der Waffen. Jesus für die Abschaltung der Reaktoren. Jesus für alles und jedes. Sicher liegt ihm am Wohl seiner Leute. Aber das ist wichtig, dass der Schwerpunkt nicht an den Rand verlegt wird. Das ist notwendig, dass die Hauptsache die Hauptsache bleibt. Das ist gewißlich wahr, dass Christus Jesus in die Welt gekommen ist, die Sünder zu retten. (Konrad Eißler; aus: Wie in einem Spiegel) |
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