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Bei Kathrin geht alles schief, nichts klappt und ganz verzweifelt gibt sie auf. Ihr Mann Philip baut sie auf.

Art: Anspiel
Teilnehmer: 5
Dauer: bis 15 min
Bibelstelle: Philip 4, 11-13
Anlass: Genügsam sein

Kathrin: Schon wieder so spät. Muss der Tag denn immer mit Hektik beginnen? Wo sind denn die Filtertüten? Philip muss doch schon sein Frühstück haben! -O, nein! Jetzt liegt auch noch der Kaffee auf dem Fußboden.

Philip: (kommt dazu) Nanu? Am frühen Morgen solch eine Bescherung? Lass doch alles etwas ruhiger angehen, Kathrin.

Kathrin: Ruhiger? Wo du schon längst frühstücken musst?!

Philip: Schon gut. Du brauchst keinen neuen Kaffee zu kochen. Mir reicht auch ein Glas Milch.

(- Pause - Tschüß!)

Kathrin: (Tschüß!) Wäre ich sofort aufgestanden als der Wecker schellte, hätten wir zusammen frühstücken können und mir wäre das Missgeschick nicht passiert. Heute ist ja auch Markttag. Da fang ich am besten gleich mit der Hausarbeit an, um nachher in Ruhe einkaufen zu können, -

Martin: Mutti, Mutti, guck mal, was ich gebaut habe!

Kathrin: Junge, zieh deine Schuhe aus. Du bringst den ganzen Schmutz herein.

Martin: Guck doch, dieses Boot hab ich selbst gemacht.

Kathrin: Kannst du nicht hören, Martin? Siehst du nicht, dass ich gerade den Fußboden geputzt habe? Mach dass du in dein Zimmer kommst. Nächstes mal putzt du die Schuhe, bevor du hereinkommst! (Martin geht traurig ins Zimmer) Jetzt kann ich wieder von vorn beginnen.

Sprecher: Missmutig machte sie sich an die Arbeit. Sie war beinah fertig, als es an der Tür schellte.

Kathrin: Was ist denn jetzt schon wieder los? (geht zur Tür) Morgen!

Postbote: Guten Morgen! Ihr Päckchen, bitte sehr. Das macht 3,80 DM

Kathrin: Moment mal! Habe ich überhaupt etwas bestellt?

Postbote: Wahrscheinlich! Hier steht: Quelle - Versand An Kathrin Raab, Springerstr. 5 Alles korrekt!

Kathrin: Ja, vor 3 Monate hab ich etwas bestellt. Das Päckchen können Sie gleich wieder mitnehmen. Ich hab mir das Ding schon anderweitig besorgt.

Postbote: Bitte, Versandkosten betragen 3,80 DM

Kathrin: Nehmen Sie das Paket und verschwinden Sie bitte!

Postbote: Ist ja schon gut. Sagen Sie doch gleich: Annahme verweigert. (geht)

Kathrin: Endlich hat er es kapiert. Ständig werde ich bei meiner Hausarbeit gestört. Ich werd wahrscheinlich erst Morgen fertig. Es ist schon 12:00 Uhr, Zu spät um zum Markt zu fahren.

Sprecher: Unwillig packt Kathrin ihren Einkaufskorb weg, der schon zum Gebrauch bereit stand. Das Mittagessen verläuft schweigsam. Martin sitzt bedrückt am Tisch und fährt erschreckt hoch, als seine Mutter das Geschirr eilig abräumt und dabei einen Teller fallen lässt. Wütend kehrt sie die Scherben zusammen. So kennt der Kleine seine Mutter gar nicht. Nun beginnt sie wieder zu hantieren. Der Spaziergang, der sonst stattfindet, um nach der kranken Oma zu sehen, fällt auch aus.

Martin: Mutti, gehen wir noch zu Oma?

Kathrin: Nein.

Martin: Mutti, hast du keine Zeit?

Kathrin: Nein, das siehst du doch. Ich muss noch einen Kuchen backen und du gehst jetzt in dein Zimmer und räumst dein Spielzeug auf. - (pause) Seltsam, warum geht denn der Teig nicht?

Sprecher: Wie soll der Teig gehen, wenn sich die Hefe nicht im Teig, sondern neben der Schüssel befindet. Kathrin lässt sich unglücklich auf den Küchenstuhl fallen. Inzwischen kommt Philip von der Arbeit.

Philip: (fröhlich) Kathrin! (besorgt) Kathrin, geht's dir nicht gut?

Kathrin: Wie soll es mir gut gehen, wenn der ganze Tag mißlingt? Nichts klappt. Ständig werde ich gestört. Nicht einmal der Kuchen ist etwas geworden.

Sprecher: Sie schüttet ihr Herz aus, während Philip ihr teilnahmsvoll zuhört.

Philip: Armer, kleiner Pechvogel!

Kathrin: Scherze kann ich jetzt gar nicht ertragen!

Philip: Warum regst du dich denn gleich über solche Kleinigkeiten auf?

Kathrin: Kleinigkeiten? Wenn alles daneben geht? Kannst du mir sagen, wer dann noch fröhlich ist?

Philip: Ja! Die Apostel!

Kathrin: Die Apostel?

Philip: Ja, wir haben doch neulich gelesen. Nachdem Gott sie aus dem Gefängnis befreit hatte und sie im Tempel wieder weiterpredigen konnten, wurden sie wieder durch den eifersüchtigen hohen Rat bei ihrer wichtigsten Arbeit gestört. Sie schimpfen aber nicht, ließen auch nicht den Mut sinken, sondern bekannten freimütig Jesu Auferstehung. Das nächste Unglück war die Geißelung. Diese Misshandlung ging gewiss nicht spurlos an ihnen vorüber. Weißt du noch wie sie darauf reagierten?

Kathrin: Ja, jetzt fällt es mir wieder ein. Ich glaube, da steht: Sie gingen fröhlich vom Hohen Rat fort, weil sie würdig waren, um Jesu willen zu leiden. -

Kathrin: Du, es waren wirklich nur Kleinigkeiten. Ich wäre nicht über Martins Schmutzspuren wütend geworden, wenn ich nicht meine Arbeit, sondern seine Freude über sein selbst gebasteltes Boot in den Vordergrund gestellt hätte. So habe ich auch alles andere verkehrt betrachtet.

Sprecher: Paulus schreibt zu den Philippern im 4 Kapitel, 11 -13 Vers. Ich sage das nicht, weil ich Mangel leide; denn ich habe gelernt, mir genügen zu lassen, wie's mir auch geht. Ich kann niedrig sein und kann hoch sein; mir ist alles und jedes vertraut: beides, satt sein und hungern, beides, Überfluss haben und Mangel leiden; ich vermag alles durch den, der mich mächtig macht._______ und _______! Nicht das was Euch passiert, macht Euch unglücklich, sondern die Art, wie wir es betrachten. Mit der richtigen Einstellung könnt Ihr auch dann glücklich und zufrieden sein, wenn Dinge nicht nach Euren Wünschen gehen.

*** Ende ***

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