| Kein Verständnis |
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Frauen denken anders, Männer auch. Karin: (schaut entsetzt auf die Uhr) Was schon gleich fünf Uhr! Lars müsste jeden Moment kommen und ich habe das Abendbrot noch nicht fertig. Das war aber auch ein Tag heute. Gleich morgens, als die Kinder wach waren, ging es los, Yvonne hat sich den Kopf eingeschlagen, so dass es genäht werden musste, dann diese lange Wartezeit beim Arzt, schließlich ein verspätetes Mittagessen. Als Mario aus der Schule kam, musste er Nils die ganze Zeit ärgern und es dauerte seine Zeit, bis ich ihn endlich dazu kriegte, dass er seine Hausaufgaben machte. Dann wollte Yvonne mir doch unbedingt beim Fensterputzen helfen und stieß dabei den Eimer um. Ich war gerade fertig mit aufwischen, als es an der Tür klingelte und die Nachbarin mit Nils an der Hand davor stand, sie hatte ihn auf der Straße getroffen, ich hatte nicht bemerkt dass er raus gelaufen war. Lars: (kommt dazu ) Guten Abend Karin. Karin: Ach, hallo Lars, schön, dass du da bist. Das Abendbrot ist leider noch nicht fertig. Lars: Das macht doch nichts. Was gibt's denn Schönes? Karin: Nudelauflauf und frischen Salat. Zum Nachtisch dann noch Fruchtquark. Lars: Oh, wie schön. - Ich gehe solange in die Garage, bis das Essen fertig ist. Irgendetwas stimmt mit dem Anlasser beim Auto nicht. Du kannst mich ja rufen, wenn du soweit bist. (geht weg) Karin: Er hätte mir ja auch helfen können. Der Salat muss noch geschnitten werden und der Tisch deckt sich auch nicht von selber. Yvonne: Mama, essen wir gleich? Karin: Ja, du kannst Papa rufen, er ist in der Garage. - Musik - (alle sitzen am Tisch) Yvonne: Fahren wir heute zu Oma? Lars: Das ist eine gute Idee, Oma würde sich bestimmt freuen. Karin: Wo denkst du hin. Ich habe noch einen riesigen Berg zu bügeln, Staub muss noch gesaugt werden und Fenster putzen habe ich auch nicht geschafft. Lars: Ach, das ist doch nicht so schlimm. Morgen ist auch noch ein Tag. Karin: Morgen - ich muss noch einkaufen und außerdem wollte Britta am Nachmittag zum Kaffee kommen. Bis dahin muss alles fertig sein. Lars: Warum muss denn alles so korrekt sein? Du kannst dann ja das Fensterputzen übermorgen oder nächst Woche machen und die Wäsche kannst du auch noch bügeln, wenn sie wieder weg ist. Karin: Hast du Vorstellungen! Lars: Vorstellungen oder nicht, deine Eltern freuen sich bestimmt, wenn wir sie besuchen. - Musik - Karin: (schaut sich um) Na ja, es geht so, picobello ist es zwar nicht aber na ja.... (Britta kommt, klopft) Karin: Oh Britta, schön, dass du da bist. Komm herein. Britta: Schön hast du es hier ( bewundernd ) Karin: Komm setz dich. Erzähl, wie geht es dir? Britta: Ach, ganz prima. Jörg hat wieder Arbeit bekommen und die Kinder machen auch Fortschritte. Ich kann es kaum fassen, ehe man sich versieht, sind sie erwachsen. Karin: Das stimmt, ich staune auch immer wieder, wie groß unsere schon geworden sind. Britta: Wie geht es Lars, was macht die Arbeit? Karin: Ach, ich denke es läuft ganz gut. Britta: Was heißt ich "denke". Erzählt er nicht von seiner Arbeit? Karin: Doch er erzählt viel zu viel. Britta: Das verstehe ich nicht. Karin: Hör zu, gestern z.B. waren wir bei meinen Eltern. Die ganze Zeit redete er von sich, es war schön ihm zuzuhören, aber irgendwie konnte ich mich auf sein Reden nicht konzentrieren. Britta: Hattest du einen anstrengenden Tag? Karin: Mehr als das. Als Lars kam, hatte ich das Abendbrot noch nicht fertig. Er sagte, es wäre nicht schlimm und ging in die Garage, aber genauso gut hätte er mir helfen können. Britta: Er ist doch sonst so hilfsbereit. Kümmert er sich denn gar nicht um die Familie? Karin: Daran liegt es nicht. Er ist ein liebevoller Vater, die Kinder hängen an ihm und meinen Eltern ist er guter Schwiegersohn,... Britta: Aber? Karin: Manchmal denke ich, er bringt für mich kein Verständnis auf. Er fragte mich gestern überhaupt nicht, warum ich die Arbeit nicht geschafft hatte, bis er kam und als ich ihm sagte, wie viel ich noch zu tun hätte, nahm er mich überhaupt nicht ernst. Britta: Wieso meinst du, dass er dich nicht ernst nahm? Karin: Ich weiß auch nicht, aber er meint, ich müsste die Arbeit gar nicht schaffen bis du kommst, ich könnte ja auch später weitermachen. Britta: Hat er denn so unrecht damit? Karin: Nein... aber... Britta: Vielleicht drückt er Besorgnis aus, dass du dich überanstrengst. Karin: Meinst du? (zweifelt) Britta: Kann ja sein. Warum sprichst du nicht mit ihm darüber? Karin: Ich weiß nicht.... Britta: Es ist ganz klar, dass du als Frau ganz anders empfindest als Lars. Er meint es sicher nicht böse und wird sich keinen Reim auf dein Verhalten machen können, weil er die Dinge ganz anders sieht. Karin: Das hört sich einleuchtend an. Gab es denn zwischen dir und Jörg auch Spannungen? Britta: Ja, und welche. Ich dachte, Jörg würde mich überhaupt nicht mehr lieben, selten kam mal ein Lob von ihm und ich hatte das Gefühl, vernachlässigt zu werden. Wir gingen dann zum Pastor und besprachen die Sache mit Gott und ihm und langsam lernten wir einander immer besser kennen und verstehen. Ich muss sagen, nach einigen Ehejahren kennen wir uns immer noch nicht ganz, aber wir können über alles reden und so werden die Probleme gleich im Entstehen abgebaut. Karin: Vielen Dank für den Tipp Britta. Gleich heute Abend spreche ich mit Lars. ENDE Zu Favoriten hinzufügen (7) | Artikel zitieren | Aufgerufen: 2139
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