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Seid Gastfreundlich! PDF Drucken E-Mail

Hans ist ein Stubenhocker und mag es auch nicht sonderlich wenn er Besuch bekommt.
Da sieht er den Spruch "Seid gastfrei untereinander ohne Murren. 1. Petrus 4,9."

Art: Anspiel
Teilnehmer: 6
Dauer: ca.15 min
Bibelstelle: 1Petrus 4,9
Anlass: Hochzeit

 

Inge: Hans lass uns doch mal jemanden besuchen. Morgen zum Beispiel, haben wir so einen langen freien Abend.

Hans: Wen willst du denn besuchen?

Inge: Meine Schwester Helga, mit Peter, die haben uns schon so oft eingeladen.

Hans: Die waren doch vor kurzem bei uns. Und außerdem trefft ihr euch doch immer bei den Eltern.

Inge: Das ist doch schon fast drei Wochen her, seitdem die bei uns waren. Und wann war jemand von uns mal bei den Eltern?

Hans: Worüber sollen wir uns denn unterhalten? Ich weiß nicht, worüber ich mit Peter sprechen soll. Nur über Arbeit, Autos und Neuigkeiten. Da fällt einem bald gar nichts mehr ein.

Inge: Aber Hans, es gibt doch so viele Dinge, über die man sprechen kann. Als Peter und Helga bei uns waren, haben wir doch so eine schöne Gemeinschaft gehabt. Du hast ja selbst gesagt, dass der Abend dir gefallen hat.

Hans: Ja, Ja. Schon gut. Wir fahren morgen hin. Kannst uns anmelden.

Sprecher: So ist es fast jedes Mal. Inge muss alle Überredungskünste anwenden, um ihren Mann aus dem Hause zu bewegen. Seitdem er sich einen Computer angeschafft hat, ist es noch schlimmer geworden. Nun hat er fast keine Zeit mehr für andere Dinge. Seine Frau leidet darunter, würde sie doch gerne etwas mit ihm unternehmen. Auch wenn es nur ein Besuch bei ihrer Schwester ist. " Was soll man sprechen? Worüber unterhalten?" Welche Fragen. Na, ja. Diesmal hat sie es wieder mal geschafft. Hans ist einverstanden. Ob der Abend schön wird? Am nächsten Abend stehen Hans und Inge vor der Tür eines kleinen Hauses und klingeln.

Hans: (zu Inge) Aber wir bleiben nicht lange. Höchstens bis zehn. Ich muss morgen wieder auf Arbeit und meine Tasche ist noch nicht fertig.

Peter: (öffnet die Tür) Guten Abend. Schön, dass ihr da seid. Kommt rein. Ihr wart schon lange nicht mehr bei uns.

Inge: Das stimmt, wir waren schon lange nicht hier. Bei euch hat sich ja einiges verändert.

Helga: Ja, wir haben Peters Urlaub genutzt und etwas renoviert. Kommt rein ins Wohnzimmer. Der Tee ist schon fertig. Es gibt belegte Brötchen. (setzen sich an den Tisch)

Peter: Hans, wie geht es dir auf deinem Arbeitsplatz? wieder was Großes im Bau?

Hans: Och ja. Wir bauen gerade an einem Zweifamilienhaus. Ganz schön aufwendig, das Ding. Als Maurer hat man einiges zu tun. - Und du, immer noch im Pflegeheim?

Peter: Immer noch. Bei uns ist auch immer was los. Sehr viel Abwechslung. Manchmal etwas stressig. Langweilig wird es bei uns nie. Aber es macht mir Freude mit Menschen umzugehen.

Inge: Schön, wenn man Arbeit hat. Und wenn sie einem auch Freude macht. Bei Webers sieht es da ganz anders aus. Petraerzählte mir, dass der Mann gekündigt worden ist, und jetzt keine andere Arbeit mehr finden kann. Es soll wohl ganz knapp bei denen sein.

Helga: Wieso haben sie ihn denn gekündigt?

Inge: Die Firma hat wohl keine Aufträge. Und er ist ja noch gar nicht lange da.

Peter: Ja, die zuletzt kommen, gehen meistens zuerst. Die haben ja auch noch fünf Kinder.

Inge: Ja, und eine große Wohnung. Da ist die Belastung natürlich stark.

Sprecher: Hans hat sich in den Sessel zurückgelehnt. Die alte Reihenfolge hatte begonnen: Arbeitsplatz, dann kommen wohl Neuigkeiten usw. usf. Gelangweilt schaut er durch den Raum. Da fällt ihm plötzlich ein Vers auf, der auf einer Fliese an der Wand steht: "Seid gastfrei untereinander ohne Murren. 1. Petrus 4,9." - Wie unzufrieden er doch immer ist, wenn sich jemand zu Besuch anmeldet. Hier bei Peter und Inge werden sie so gut und liebevoll aufgenommen.

Hans: (nachdenklich) Wie die Leute sich wohl fühlen, die uns besuchen? Ob sie den Eindruck haben, dass wir gastfreundlich sind?

Peter: (unterbricht die Gedanken) Hans, du siehst so nachdenklich aus. Du denkst wohl an was ganz anderes.

Hans: Äh, nein - ja ... Ich schaute mir gerade euer Wohnzimmer an. Ihr habt es schön eingerichtet. Oh, es ist schon nach zehn. Jetzt müssen wir aber gehen. Ich muss morgen früh aus dem Bett.

(alle stehen auf)

Inge: Es war schön bei euch. Besucht uns auch mal wieder. Tschüß.

- Musik -

Sprecher: Es ist Dienstagmorgen. Inge geht wie immer am Dienstag auf den Markt, um dort ein paar Einkäufe zu machen. Das Obst ist dort besonders frisch. Man trifft dort auch immer wieder einige Bekannte mit denen man noch hier und da ein wenig plaudert. Als Inge sich auf den Heimweg macht, trifft sie auf ihre Mutter, die auch noch schnell etwas einkaufen möchte.

Inge: Hallo Mutti! Wo eilst du denn hin?

Mutter: Hallo Inge! Ich wollte noch schnell einen Blumenkohl und etwas Obst besorgen, bevor der Markt zu Ende ist. Sag mal Inge, was macht ihr heute Abend? Wir wollten euch heute besuchen kommen. Ist das möglich?

Inge: Hans ist heute zu Hause. Eigentlich liegt da nichts dazwischen. Ihr könnt gerne kommen. So gegen 6 Uhr?

Mutter: Gut, gegen 6 Uhr. Bis später dann. Tschüß!

Inge: Tschüß!

- Musik -

Inge: So, jetzt ist alles aufgeräumt. Nur noch die Blumen gießen. Den Pizzateig muss ich ja auch noch machen. Hans wird sich sicher freuen, dass es Pizza gibt. Wenn die Eltern kommen, können wir alle zusammen essen. Oh, da kommt Hans schon von der Arbeit. - Hallo Hans! Na wie war`s heute?

Hans: Hallo! Nichts besonderes ! Wie immer.

Inge: Du kannst dich gleich waschen und umziehen. Meine Eltern kommen heute um sechs Uhr zu Besuch.

Hans: Heute? Da hat man mal einen Abend frei und du lädst gleich Besuch ein.

Inge: Aber Hans, ich habe Mutti auf dem Markt getroffen und sie fragte mich, ob sie uns heute besuchen könnten.

Hans: Und da hast du natürlich gleich zugesagt. Als ob du sie nicht oft genug siehst. Du bist ja jeden Donnerstag da.

Inge: Möchtest du nicht auch mal mit meinen Eltern Gemeinschaft haben?

Hans: Worüber soll ich mich denn mit Vater unterhalten? Er erzählt nich viel und ich weiß auch nicht worüber ich sprechen soll. Und außerdem, was machst du da überhaupt?

Inge: Ich mache deine Lieblingspizza.

Hans: Wieso das denn? Jedem ein Brötchen und eine Tasse Tee hätten es doch auch getan.

Inge: Hans, du bist überhaupt nicht gastfreundlich. Hier bist du unzufrieden, dass meine Eltern kommen und da ist dir die Pizza zu schade. - Ich muss mich beeilen, die Eltern sind gleich da.

- Musik -

Hans: Du bist überhaupt nicht gastfreundlich.

Sprecher: Dieser Gedanke lässt Hans nicht mehr los. Immer wieder muss er daran denken.

Hans: Wie war das noch mal? Ach ja, der Spruch bei Helga und Peter. (nimmt die Bibel zur Hand und blättert) Wo steht er nur? - War das nicht 1. Petrus? (blättert und findet ihn) Hier stets: Seid gastfreundlich ohne Murren. (nachdenklich) Die Überschrift: Vom Leben des Christen. Ich bin auch ein Christ, aber wie sieht mein Leben aus? Lebe ich überhaupt wie ein Christ? Wie oft vernachlässige ich das Bibellesen. Und heute bevor die Eltern kamen, wie bin ich da aufgebraust, wie lieblos habe ich gehandelt. Wie viel habe ich falsch gemacht. Wenn mir die Liebe, Geduld und Freundlichkeit fehlt; wie kann ich da gastfreundlich sein? Mit Gottes Hilfe will ich mich ändern.

ENDE

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