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Die tote Frau PDF Drucken E-Mail
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Ein Mann erlebt wie seine Frau sich bekehrte, doch geändert hat sich nicht viel. So piesackte er Sie so oft er konnte. Eines Tages verstand Sie dass Ihr Leben Gott unehre machte und sie beschloss sich mit Gottes Hilfe zu ändern. Diese Veränderung war so grundlegend dass sogar ihr Gatte begann nachzudenken.

Art: Anspiel, Anspiele, Sketsch, Sketsche
Teilnehmer: 4
Dauer: bis 10 min
Bibelstelle: Gal. 2,20
Anlass: Leben als Christ, Licht sein, Evangelisation

Sprecher:         Ein an der Ostsee wirkender Seelsorger hat nach der Begegnung mit einem alten Mann folgende Aufzeichnungen gemacht:

Seelsorger:       Sag mir, Jens, wie kam es eigentlich, dass du dich bekehrtest?

Sprecher:         Der alte Fischer versuchte seinen gebeugten Rücken ein wenig aufzurichten und ließ seine leuchtenden Augen auf dem Pfarrer ruhen; er machte keine Anstalten, etwas zu sagen. Es war, als ob seine Augen den Pfarrer gar nicht sahen, sondern irgend etwas in weiter Ferne. Über dem groben, gefurchten Antlitz lag ein festlicher Glanz: sein Geist beschäftigte sich offenbar mit lichten, glücklichen Erinnerungen.

Seelsorger:       Es ist wohl schon lange her?

Jens:                Ja, es ist lange, lange her. Es sind ungefähr dreißig Jahre her.

Seelsorger:       Wie geschah es?

Jens:                Wie es geschah? - Auf wunderbare Weise - es kam durch eine Predigt.

Seelsorger:       Durch eine Predigt? - Das war ja ein natürlicher Hergang.

Jens:                Nein, nein, das war gerade etwas Unnatürliches.

Seelsorger:       Wo hörtest du diese Predigt?

Jens:                Ich hörte sie nicht -- ich sah sie.

Seelsorger:       Du sahst sie?!

Jens:                Ja, ich sah sie täglich, ich lebte mit ihr zusammen. Gehört hatte ich schon viele, aber um die kümmerte ich mich so wenig; sie haben gewöhnlich nicht viel zu bedeuten. Aber die Predigt, mit denen man täglich zusammenlebt, die taugen.

Seelsorger:       Was war denn das für eine Predigt, mit der du zusammenlebtest?

Jens:                Es war eine tote Frau.

Seelsorger:       Du sprichst in Rätseln, Jens; man kann ja doch nicht mit einer Toten zusammenleben?

Jens:                Doch, doch, das kann man leicht; Gott kann es machen.

Seelsorger:       Erzähl' mir Näheres!

Jens:                Ja, es ist schnell erzählt. Marem, meine Frau, und ich waren einigermaßen derselben Art - was das Temperament anbetrifft. Wir waren beide ein Paar Hitzköpfe und gerieten oft und hart aneinander.

                        Dann bekehrte sie sich. Sie behauptete es wenigstens. Aber ich spürte nicht viel davon, ein wenig nur in der ersten Zeit. Aber bald war alles ungefähr beim alten. Sie ging allerdings in die Versammlung, las und betete zu Hause. Damit fuhr sie fort; außerdem predigte sie mir - von meiner Gottlosigkeit, sagte, ich müßte mich bekehren. Mitunter weinte sie auch, um mich zu Bekehrung zu bewegen. Aber ihre Gesinnung hatte sich fast gar nicht geändert. Wir hatten dann und wann schwere Zusammenstöße miteinander. Ich neckte und reizte sie nach Kräften; denn dieses scheinheilige Wesen war mir zuwider. Das konnte ihr Christentum nicht vertragen. Nur ein paar Worte, und der Krieg war im Gange. Nachher konnte sie wohl Tränen vergießen, aber ihre Tränen machten auf mich keinen Eindruck.

Frau:                Willst du dich denn nie bekehren, Jens?

Jens:                (erbost) Wozu mich bekehren?

Frau:                Zu einem neuen Leben.

Jens:                Hast du ein neues Leben?

Frau:                Ja - das glaube ich doch - in aller Schwachheit. - Du sollst nicht auf uns sehen, Jens, denn wir sind schwache Menschen und werden nicht anders; aber du sollst Gott ansehen.

Jens:                Gott kann ich nicht sehen, aber ich kann dich sehen. Und dein Christentum mach ich nicht.

                       

                        (Erzählform, zum Seelsorger) Aber dann kam sie eines Abends nach Hause; und an dem Abend erschrak ich fast vor ihr. Ihr Gesicht war weiß wie die Wand da; sie sagte kein Wort. Mehrere Tage ging sie still umher; ich fürchtete, ihr Verstand könnte Schaden genommen haben. Als ich dann eines Tages drinnen saß, um Netze auszubessern, kam sie herein und setzte sich neben mich. Ihre Augen leuchteten mit so zufriedenem Glanz, dass ich es nicht ertragen konnte, sie anzusehen. Sie faßte meine Hand und sagte:

Frau:                Jens, ich habe Gott um Verzeihung gebeten, weil ich Seinem Namen Schande gemacht habe. Ich habe mich heilig genannt, aber es war so wenig Heiliges an mir.

Jens:                (zum Seelsorger) Mir wurde dabei ganz unheimlich zumute.

Frau:                Und ich will auch dich um Vergebung bitten.

Jens:                (zum Seelsorger) In größerer Qual bin ich nie gewesen. Hätte sie mich nur ausgeschimpft, das wäre viel leichter gewesen. Von dem Tage an war meine Frau gestorben - der Sünde gestorben. sie verstehen mich doch, nicht wahr?

Seelsorger:       Ja, gewiß, aber sage mir, Jens, kam es denn nie wieder, wurde sie nie wieder zornig?

Jens:                Ich tat was ich konnte, um sie zu reizen. Ob es wieder kam - ja, ich merkte ja wohl, besonders zu Anfang, dass es da drinnen war - das Fleisch, verstehen Sie. Aber es war eine Kraft über sie gekommen, ein Geist, von dem ich früher nichts gespürt hatte. Es war, als ob sie geborgen wäre - versteckt von einer himmlischen Macht; es war wie ein Panzer, den meine Bosheit nicht durchbohren konnte. Es war schwer für eine böse, unheilige Natur, tagtäglich in ein Antlitz sehen zu müssen, über dem göttlicher Friede und göttliche Freude· wie ein heiliger Schleier legen.

                        Ich wurde immer schlechter, aber das schien sie nicht anzufechten. Schließlich war es so weit gekommen, dass ich meine Frau zu hassen meinte. Ich haßte den Gott, der in ihr wohnte; denn Er verurteilte mich. Das war gutes Christentum, das konnte ich begreifen. Sie brauchte nicht mehr zu predigen; denn sie selbst war eine lebendige Predigt. Mehrere Jahre lebte ich nun mit dieser Predigt zusammen, und die Predigt wurde immer schöner und klarer. Zuletzt wurde sie mir zu stark - ich mußte mich bekehren.

                        Ja, so kam es.

                        Kehre, kehre, endlich kehre

                        in der Liebe Heimat ein.

                        in die Fülle - aus der Leere,

                        in das Wesen - aus dem Schein;

                        aus der Lüge - in die Wahrheit,

                        aus dem Dunkel - in die Klarheit,

                        aus dem Tode - in das Leben,

                        aus der Welt - ins Himmelreich!

                        Doch, was Gott dir heut will geben,

                        nimm auch heut - kehre gleich!

                        So lebe nun nicht ich, sondern Christus lebet in mir.

                                                                                                                                 Gal. 2,20


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