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Christoph erklärt einem Hotelier was die Biebel für Ihn bedeutet. Was bedeutet die Biebel für dich?

Art: Anspiel
Teilnehmer: 2
Dauer: bis 15 min
Bibelstelle: 
Anlass: Bedeutung der Bibel. Christoph: Oh, das ist aber ein schönes Hotel. Ob ich hier etwas loswerde? (klopft)

Hotelier: Guten Tag, kann ich etwas für Sie tun?

Christoph: Mein Name ist Müller und ich komme von der Gideon - Gesellschaft. Ich wollte fragen, ob Sie für ihre Hotelzimmer Bibeln haben möchten.

Hotelier: (erschreckt) Bibeln? - Nein, ich kaufe keine Bücher, tut mir leid.

Christoph: Sie sind auch nicht zu verkaufen. Wir verteilen sie.

Hotelier: So? Aber da machen Sie doch gar kein Geschäft mit!

Christoph: Darum geht es uns auch nicht. Wir halten die Bibel für so wichtig, dass wir möglichst vielen Menschen die Gelegenheit geben wollen, sie zu lesen. Und in Hotels finden viele die Zeit dazu, die sich zu Hause nicht nehmen.

Hotelier: (nachdenklich) So, so. (schaut entschlossen auf) Also wissen Sie, ich bin eigentlich nicht von der religiösen Sorte. Ich weiß nicht, wer Sie hierher geschickt hat.

Christoph: Wir gehen in alle Hotels und Gasthäuser. Neulich war ich in einer Jugendherberge und habe dort ein paar Neue Testamente gelassen.

Hotelier: (skeptisch) Und die werden gelesen?

Christoph: Warum nicht? Ob jung oder alt - die Bibel hat für alle etwas zu sagen.

Hotelier: Na ja, aber wie gesagt, ich bin nicht so religiös.

Christoph: Aber Sie sind in der Kirche, oder nicht?

Hotelier: Ja, schon, aber das ist für mich nur so etwas wie eine Versicherung. Man zahlt jeden Monat seine Steuern, und dafür bekommt man irgendwann mal ein anständiges Begräbnis.
Christoph: (erstaunt) Und das bedeutet Ihnen so viel?

Hotelier (nickt) Ich will doch nicht irgendwo im Niemandsland verrotten! Nein, nein, ein anständiges Grab auf einem kirchlichen Friedhof, das muss schon sein.

Christoph: (verwirrt) Aber wenn Sie sagen, Sie seien nicht religiös, dann bleibt doch für Sie nach dem Tod nichts als ein paar alte Gebeine!

Hotelier: Eben. Und für diese Gebeine möchte ich einen ordentlichen Ruheplatz haben, ein Grab, das nach etwas aussieht und wo die Leute an mich denken.

Christoph: Sie haben also Angst, vergessen zu werden. Sehe ich das richtig?

Hotelier: Nun ja, so einfach vergisst man mich wohl nicht. Da ist ja noch das Hotel, falls es nicht rentiert....

Christoph: Aber, ich meine, wenn Sie tot sind, dann merken Sie doch sowieso nicht, ob noch jemand an Sie denkt. Dann haben Sie doch eigentlich gar nichts davon.

Hotelier: (finster) Ich habe aber jetzt etwas davon, wenn ich mir nämlich vorstelle, wie es einmal sein wird. - Bei euch Religiösen ist es doch auch nicht anders. Ihr freut euch jetzt schon auf euren Himmel, obwohl ihr gar nicht wissen könnt, ob er existiert.

Christoph: Ja ich freue mich auf den Himmel, aber wenn das alles wäre, was der christliche Glaube zu bieten hat, dann wäre ich hier in meinem Erdenleben aber arm dran.

Hotelier: Ich dachte, ihr tut die guten Werke nur, um euch da oben einen Platz zu sichern.

Christoph: Gute Werke?

Hotelier: Na, zum Beispiel, dass Sie hier mit Ihren Bibeln ankommen. Sie verdienen doch nichts dabei; oder bezahlt ihnen die Kirche etwas dafür, dass Sie für Mitglieder werben?

Christoph: (lächelnd) Nein, das mache ich ganz freiwillig, weil mir die Bibel selbst soviel bedeutet und ich all die Menschen sehe, die auf der Suche nach erfülltem Leben sind, das sie ohne Gott nicht finden können.

Hotelier: Erfülltes Leben - damit meinen Sie doch den Himmel, oder?

Christoph: Nein, erfülltes Leben fängt schon auf der Erde an. Es fängt an, wenn wir begreifen, dass wir nicht einfach zufällig in eine Welt hineingeboren wurden, in der alles vergänglich ist. Es fängt an, wenn wir begreifen, dass uns jemand geschaffen hat und dass dieser jemand einen Plan für uns hat, für uns und für die ganze Welt. Wenn wir auch manchmal nur Chaos sehen und uns irgendwie durchs Leben zu wurschteln versuchen, so ist doch jemand da, der etwas Besseres mit uns vorhat, Gott ist da, und er hält sich nicht verborgen. Er zeigt sich jedem, der ihn von Herzen sucht.

- Pause -

Hotelier: (nachdenklich) Ist schon wahr, dass das Leben rein naturwissenschaftlich gesehen nicht viel zu bieten hat. - Aber mit Gott ist das so eine Sache. Den einen fällt es leicht, an ihn zu glauben, und die anderen - na, die sind eben nicht so religiös veranlagt.

Christoph: (schüttelt leicht den Kopf) Ich denke nicht, dass das soviel mit Veranlagung zu tun hat. Ich selbst bin auch eher ein nüchterner Mensch und stehe mit beiden Beinen auf dem Boden. Ich glaube, es ist eher eine Sache des Herzens, ob wir für Gott offen sind oder nicht.

Hotelier: Als Kind, ja, da hab` ich auch ein paar Gebete gesprochen. Aber irgendwann wächst man da doch `raus. Ich meine, je älter man wird, desto mehr begreift man, was hinter den Dingen steckt, und dann verliert das Mystische seinen Sinn.

Christoph: Wirklich? Ich finde, je älter ich werde, desto wenige begreife ich die Welt, und das, was ich mal gewusst zu haben glaubte, entpuppte sich auf einmal als Schein und Trug. - Nein, die Frage nach dem Woher und Wohin, nach dem Anfang und dem Ziel allen Lebens hat mir keiner so glaubwürdig beantwortet wie die Bibel.

- beide schweigen. Plötzlich schaut der Hotelier auf die Uhr -

Hotelier: Oh, schon nach halb fünf.

Christoph: Habe ich Sie denn von etwas Wichtigem aufgehalten?

Hotelier: Ach nein, nur das übliche.. Aber Sie müssen sicher selbst weiter.

Christoph: Ich hab’s nicht eilig, aber ich will Ihnen auch nicht die Zeit rauben. - Wollen Sie nun ein paar Bibeln für die Zimmer haben?

Hotelier: Ja, warum nicht? Wenn sie nichts kosten... (schaut zu Boden)

Christoph: Wie viele Zimmer haben Sie denn?

Hotelier: Zwölf Einzelzimmer und acht Doppelzimmer.

Christoph: Dann lasse ich Ihnen wohl am besten zwanzig Bibeln da. Ich muss sie nur gerade noch aus dem Auto holen. (wendet sich zum Gehen)

Hotelier: (verlegen) Können es auch einundzwanzig sein? Ich meine ... ich bezahle Ihnen auch die eine, die für mich....

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